Hamburg, im Mai 2011
Die Innenentwicklung der Stadt allgemein und besonders die Innenverdichtung sind Aufgaben, denen die Stadtplanung in Zukunft besondere Aufmerksamkeit wird widmen müssen. Vorrangig sollten die Außenbereiche der Stadt vor Bebauung
geschützt, also Innenverdichtung angestrebt werden, allerdings in jedem Einzelfall erst nach gründlicher Prüfung und Bewertung der jeweiligen Flächen hinsichtlich ihrer ökologischen Standort- und Bodenfunktionen. Innenentwicklung
Auch im besiedelten Bereich gelten die Ziele des Bundesnaturschutzgesetzes und müssen nicht zuletzt zum Wohle der Menschen mit Nachdruck verfolgt werden. Diese Ziele sind: lebensfähige Gemeinschaften wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten zu erhalten und den Austausch zwischen ihnen sowie Wanderungen und Wiederbesiedelungen zu ermöglichen. Bauliche Innenentwicklung und ökologische Innenentwicklung sind daher miteinander zu verzahnen: die bauliche Entwicklung muss mit dem Schutz und der Entwicklung der städtischen Natur verbunden werden. Flächennutzung darf nicht automatisch mit Verlust an Grün und unversiegeltem Boden einher
gehen. Im Gegenteil: die im Landschaftsprogramm dargestellten „Grünen Ringe“ und „Landschaftsachsen“ müssen ausgebaut und gesichert, d.h. von weiterer Bebauung freigehalten werden. Ökologische Qualitätsziele wie der Schutz gefährdet er Arten und Lebensräume, der Erhalt historisch alter Grünstrukturen, der Gewässerrandstreifen und Flächen des Biotopverbundes müssen bei der baulichen Entwicklung berücksichtigt werden. Vordringlichstes Ziel des Naturschutzes bleibt, die genannten Elemente wo möglich zu erhalten und zu verbessern. Oberster Grundsatz einer ökologisch ausgerichteten Innenentwicklung ist daher: Alles, was grün ist, wird gar nicht oder nur als allerletzte Möglichkeit angetastet. Brachflächen und „Wildnis-Inseln“ im städtischen Grün, im Abstandsgrün und am Rand von B
ebauungen bieten wesentliche Chancen für die Stadtnatur und für das Naturerlebnis der Stadtbevölkerung. Bei jedem Bebauungsplan und bei sonstigen Baumaßnahmen ist über den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleich hinaus zu prüfen, wie vorhandene Grünstrukturen erhalten bleiben und im Sinne des Naturschutzes aufgewertet werden können. „Aufwertung“ bedeutet in diesem Zusammenhang die aktive Förderung der Entwicklung einer Grünstruktur hin zu mehr Naturnähe, d.h. standort- und klimagemäßer Ausstattung mit Pflanzen- und Tierarte n. Damit kann ein Beitrag.
Der Naturschutzrat ist ein im Hamburger Naturschutzgesetz verankertes unabhängiges Gremium von Experten, das die
Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege in der Öffentlichkeit fördern und die zuständigen Behörden der
Hansestadt in diesen Fragen beraten soll.
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