Einst wurden die Volksdorfer damit überrascht, dass nach dem Tod des letzten Volksdorfer Bauern die Äcker im Landschaftsschutzgebiet an den Tonradskoppeln verkauft worden waren. Nicht etwa wie man annehmen durfte an den ökologisch betriebenen Wulfsdorfer Hof nebenan. Nein, an einen Investor. Ein Investor, der damals die Volksdorfer wie folgt lockte (23.9.2013):

„Eine menschenwürdige Heimat für jeden Geldbeutel im Grünen zu gestalten, generationenübergreifend und ökologisch verträglich auf dem aktuellsten Stand. Das ist noch immer – wie in unserer Satzung festgeschrieben – unser Ziel.“

Ein Investor, der heute bereits erste Flächen, die lukrativsten, weiter veräußerte. Gilt auch hier Artikel 14.2 Grundgesetz „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“?
„Wir, die Ökologische Wohnungsbau Genossenschaft, sind eine Gruppe von Privatleuten, die darüber nachgedacht hat, wie man ein zukunftsfähiges kleines Dorf naturverträglich gestalten kann, mit allem was der Mensch für ein gutes Leben braucht … Der Ferk´sche Hof schien für dieses Projekt geradezu ideal.“

Dazu stellte die CDU am 23.9.2013 fest:

Mit Verabschiedung des Bebauungsplans Volksdorf 32 (Buchenkamp Ost/Moorbekring) hat die damalige Große Koalition im Bezirk die Fläche zwischen dem Weg „Tonradsmoor“, der Neubausiedlung Moorbekring und der Landesgrenze als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Wir (HINWEIS: gemeint ist die Große Koalition im Bezirk Wandsbek 1997-2001) haben der Bevölkerung versprochen, dieses Gebiet von Bebauung freizuhalten. Es dient der Naherholung, ist eine wertvolle Knicklandschaft und ist eine wichtige Landschaftsachse für die Stadt.“

Statt dem eigenen Beschluss zu folgen und dem gesetzlichen Landschaftsschutz genüge zu tun, erkannte nun die Rot-Grüne-Koalition schnell ihre Chance, hier einige ihrer 10.000 jährlich geplanten Wohnungen unterbringen zu können. Aus der allerersten Idee:

In Volksdorf ist lediglich die Fläche parallel zur Straße Buchenkamp eingeplant. Die Verwaltung hat ermittelt, dass 20 Grundstücke entlang der Straße bebaut werden können…“ (HEIMAT ECHO 7.12.2011)

wurde ein Koalitionsvertrag für 60 Wohnungen. Seitdem wird alles getan, um schrittchenweise den im Koaltionsvertrag vereinbarten Umfang an Bebauung zu vermehren.

Es ist an der Zeit, dass die GRÜNEN die Zwickmühle erkennen, in die sie sich hinein laviert haben. Wollen sie aus dem politischen Tief heraus kommen, so sollten sie ihre Politik wieder nach „Grünen Grundsätzen“ ausrichten. Landschafts- und Klimaschutz betreiben. So wie es Cem Özdemir auf dem Parteitag am 25.11. ausrief: „Wir sind doch die Partei des Klimaschutzes!“ und Katrin Göring-Eckhardt es beschwor: „Jede Biene, jeder Schmetterling im Land soll wissen, dass wir uns weiter für sie einsetzen.“

Dann müssen sie entsprechend handeln, die Megapolis ablehnen, an die Menschen denken, die hier und jetzt leben und Hoffnungen haben auf eine lebenswerte Urbanität mit einer nicht geschundenen Fauna und Flora. Dazu gehören Parks, Freibäder, Grünachsen, Frischluftschneisen – nicht Verdichtung, nicht Aufstockung, kein Elb-Tower, nicht existenzbedrohte Ökobauern, nicht noch mehr Verkehr, mehr Fluglärm, mehr, mehr, mehr …

Erste zaghafte Ansätze durften wir mit der Aussage von Senator Jens Kerstan am 22.9.2017 erleben. Dies gibt Hoffnung, dass die GRÜNEN als Partei für den Naturerhalt noch nicht ganz verloren sind. Wir ermutigen alle, besonders die Basis, diesen Weg wieder konsequent einzuschlagen und sich damit der Umwidmung von Landschaftsschutzflächen in Investorenland zu verweigern: Grünfraß – nein danke !

Ein kleines, neues Naturschutzgebiet wie kürzlich ausgewiesen im Irgendwo auf Volksdorfs vergessenen Nasswiesen, das hilft noch lange nicht.

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